Mittwoch, 5. März 2008
Der Weg der Milch
Als ich den Auftrag dieser Woche las, kam mir spontan „Milch“ in den Sinn. Jeden Morgen trinke ich eine warme Schokolade... Nun stellte ich mir die Frage, wo ist diese Milch schon überall gewesen und was hat sie schon alles durchgemacht? Wer ist überhaupt alles daran beteiligt, damit ich am Morgen meine Milch trinken kann? Ein paar Kühe und Bauern, wäre wohl eine logische aber überaus unvollständige Antwort... Ich beginne aber einmal von vorne: Die Kuh wird zwei Mal täglich gemolken. Damit sie aber überhaupt Milch gibt, muss sie gut genährt sein. Sie braucht also Futter und Wasser. Der grosse Teil des Futters besorgt der Bauer selber für die Kuh. So hat er zum Beispiel im Sommer Heu eingebracht oder bringt die Kühe im Sommer auf die Weide. Wasser lässt er aus dem Wasserhahn... Den Weg des Wassers lasse ich in diesem Post ausser acht. Es ist aber klar, dass auch hier viele Menschen und Maschinen daran beteiligt sind, dass der Bauer den Wasserhahn aufdrehen kann und das Wasser raus fliesst. Die Kuh wird nun also gemolken. Und zwar macht der Bauer das nicht mehr mit seinen Händen, sondern mit Melkmaschinen. Diese Melkmaschinen müssen natürlich irgendwo produziert werden. à wieder jemand, der indirekt für mich arbeitet. Die Milch wird nun in spezielle Gefässe gefüllt, auch diese wurden von einer speziellen Firma hergestellt. Nachdem die Milch abgefüllt wurde, wird sie in die Molkerei gefahren (oder die Molkerei holt sie ab). Für diesen Weg braucht es ein Auto. Die Autoindustrie spielt also auch eine Rolle im Milchgeschäft. In der Molkerei wird die Milch gereinigt, mit Wärme behandelt, homogenisiert, abgefüllt oder weiter verarbeitet (wer sich speziell dafür interessiert: http://www.was-wir-essen.de/abisz/2314_2317.php). Die Verpackungsindustrie trägt also auch ihren Teil bei. Nun wird die Milch in Lastwagen in den Laden gefahren. Dafür muss sie natürlich zuerst von jemanden in den Lastwagen eingeladen und später wieder ausgeladen werden. Jetzt kommen die Ladenmitarbeiter zum Zug, da sie die Milchpackungen/Milchflaschen in die Regale einräumen. Ja und ganz zum Schluss kassieren die Mitarbeiter das Geld für die Milch ein, damit ich sie mit nach Hause nehmen kann und meine warme Schokolade geniessen kann...So gründlich habe ich mir den Weg der Milch noch nie überlegt. Es ist faszinierend zu sehen, welche Menschen alle daran arbeiten, damit ich am Morgen meine Milch trinken kann.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
5 Kommentare:
Auch ich bin eine Milch-Liebhaberin und ich finde deine detaillierte Beschreibung des Wegs, welchen die Milch zurücklegt ziemlich beeindruckend. Ich habe mir das bisher nie so genau überlegt und bin jeweils bei Kuh und Bauer stehen geblieben. Was natürlich bei weitem nicht stimmt, wie du schilderst, hängen hier viele andere Faktoren, wie Maschinen, Transport, Strom usw. mitdrin. Wenn man woll alles berücksichtigen würde, könnte man undendlich vieles aufzählen.
Vielleicht werde ich mich ja die nächsten Morgen darüber freuen, dass die Milch den Weg zu mir gefunden hat :)
Jetzt habe ich gerade einen Beitrag zum Thema, der Weg der Kakaobohnen gelesen, denn diese Person trinkt auch sehr gerne heisse Schokolade, wie ich ;-). Ich fand es sehr interessant, deinen Bericht über die Milch zu lesen. Die Milch hat einen langen Weg hinter sich, bis sie bei uns in der Tasse landet. Schade, dass die Milch mit dem Lastwagen ausgeliefert wird und nicht vermehrt den Zug eingesetzt wird, dadurch könnte viel Energie gespart werden.
Janine Dürst, LG 05Fd
Auch ich bin eine regelmässige Milchkonsumentin! Dein Text hat mich besonders angesprochen, da ich im Diplompraktikum das Thema Milch bearbeitet habe. Es ist wirklich komplex, was da alles geschieht bevor die Milch bei uns zu Hause im Kühlschrank steht. Ich habe festgestellt, dass sich das Thema Milch sehr gut eignet um auch den Kindern solche Verknüpfungen aufzuzeigen. Hinzu kommt noch der Vergleich von früher und heute, der ebenfalls sehr spannend ist! Übrigens, unter www.swissmilk.ch findet man zum Thema Milch sehr geeignetes Unterrichtsmaterial.
KaEg
LG05B
Wow, beeindruckend! Da müsste man sich fast zweimal überlegen, ob man seiner Lust nach einer heissen Schoggi wirklich nachgeben sollte. Nun immerhin verwenden wir grösstenteils noch immer Inlandmilch, was mich ein wenig beruhigt. Stell dir vor, man müsste die Milch auch noch einfliegen, wie man es mit vielen anderen Nahrungsmitteln macht.
Mir fällt immer wieder auf, dass wir uns viel zu wenige Gedanken darum machen, woher unsere alltäglichen Gebrauchsgegenstände stammen.
Janine Eggenberger, LG05Ed
Auch ich verfalle ab und zu einer heissen Schoggi. Deine Beschreibungen fand ich super spannend, denn ich habe früher, als meine Grosseltern noch einen Bauernhof bewirtschaften, immer die Milch direkt vom Hof bekommen. Doch jetzt sind sie pensioniert und wir kaufen sie im normalen Laden. Seither habe ich mir eigentlich nie mehr richtig Gedanken darüber gemacht, was alles mit der Milch passiert, wenn ich sie nicht direkt vom Hof bekomme, denn für mich war es klar wie es geht auf dem Hof, das bekam ich ja auch zu sehen. Was zwischen Hof und mir alles stehen kann, war mir nicht so bewusst.
Vielleicht sollte ich mir wieder einen Bauerhof suchen, der direkt ab Hof verkäuft, denke aber dass dies schwierig wird. :-)
Kommentar veröffentlichen