Donnerstag, 27. März 2008

Meine Beziehung zur Natur

Am Ostermontag ging ich wieder einmal mit meiner Mutter spazieren. Wir wählten eine altbekannte Route in unserem Dorf, welche ins nächste Dorf führt. Dabei mussten wir über den sogenannten „Rappägugg“, etwas weg vom Dorf in die Höhe und dann im Nachbardorf wieder runter. In der Ebene gingen wir zurück und wieder nach Hause. Über den „Rappägugg“ zu gehen, bedeutet bei uns nicht einen „normalen“ Spaziergang zu machen, sondern sich etwas mehr Zeit zu nehmen und die Natur etwas intensiver zu geniessen.
Am Ostermontag hatte es in unserer Region einen leichten Hauch Schnee und doch blühte wegen der warmen Tage vor dem Schnee schon recht viel. Eigentlich ist es unglaublich, wie schön die Natur die Landschaft gestalten kann. Ich entdeckte zwar nur noch einzelne Schneeglöckchen, aber dafür umso mehr Krokusse, die sich zwischen den Schneeflecken in die Höhe streckten. Ausserdem entdeckte ich schon an vielen Sträuchern Knospen und zum Teil schon ein leichtes Grün, das da hervorschaute.
Die Natur so erwachen zu sehen, obwohl es noch Schnee hat, zeigt mir auf, wie stark sie ist. Jedes Frühjahr erwacht sie von Neuem und blüht fast noch schöner auf als zuvor. Sie ist unser Zuhause, in ihr und mit ihr leben wir. Und da kommt mir jetzt etwas in den Sinn, das ich da unbedingt noch einfügen möchte:
Gerade vor ein paar Tagen, habe ich folgende Aussage eines Jungen gelesen: Ich bin so froh, dass ich in der Stadt lebe. Auf dem Land ist es doch so langweilig, man braucht nur schon Stunden um ins Kino zu gehen oder die grossen Einkaufszentren zu erreichen. In der Stadt ist immer etwas los und alles ist in der Nähe.
Da kann ich nur sagen, dass dies ein armer Junge ist. Dieses Kind hat keine Ahnung von der Natur und was man in der Natur alles spielen kann. Mit ihr kann man nämlich die grössten Abenteuer erleben. Als ich mit meiner Mutter über den „Rappägugg“ wanderte, kam mir wieder in Sinn, wie wir dort beim Bach früher als Kinder gespielt haben. Heute spiele ich zwar nicht mehr, aber ich kann die Zeit dort immer noch so gut vergessen, wie damals. In dem Moment dachte ich nur, dass dies alles diesem Jungen fern ist und wohl auch bleibt.
Mir ist die Natur unglaublich wichtig, ich habe zum Beispiel Mühe, mir vorzustellen in einer Stadt zu wohnen. Direkt vor der Haustür schon in der Natur stehen und sie dann einfach nur geniessen, das ist unter anderem Stress abbauen, für mich jedenfalls. Wie oben schon erwähnt, ist diese Natur, die mir so viel Ruhe gibt, sehr stark (im Beispiel, wie sie jedes Jahr von Neuem wieder erwacht), davon darf man sich aber auf keinen Fall täuschen lassen. Denn ich glaube immer mehr daran, dass wir Menschen Gift und im schlimmsten Fall den Tod für die Natur bedeuten.

1 Kommentar:

pecora hat gesagt…

Hallo!

Ich kenne den "Rappagugg" auch. Wir wohnen in einer schönen Gegend, nicht wahr? :)
Ich stelle mir auch oft vor, wie es gewesen wäre, wenn ich mitten in der Stadt aufgewachsen wäre. Ich denke auch, dass ich auf vieles hätte verzichten müssen. Und apropos Kino und Kaufhäuser: Du weisst ja, wie schnell wir das alles auch von hier aus erreichen. Dieser Junge hatte wohl ein total abgelegenes Dörfchen vor Augen...;)

C. Wachter, LG 05 Gf